Die Loge Chiron

Bedingungslose Liebe,

bedingungslose Ehrlichkeit,

bedingungsloses Vertrauen.

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,

Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen,
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So musst du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Grundsätze und Hintergründe der Chiron-Arbeit

Wie alles begann:

Die Loge Chiron wurde 1993 gegründet und erhielt am 11.8.2001 das Logenpatent durch die Großloge GAG.


Im Jahre 2003 wurde sie im Zuge der Neustrukturierung der saturnischen Logengefüge als Tochterloge in die rituelle Fraternitas Saturni eingegliedert.

Chiron ist ein neuentdeckter Himmelskörper, der im Jahre 1977 zum ersten Mal gesichtet wurde. Er bewegt sich auf einer exzentrischen Umlaufbahn zwischen Saturn und Uranus. Dies macht ihn zu einem Vermittler vom alten zu neuem Bewusstsein. Sein Symbol, ein senkrecht stehender Schlüssel, verspricht Zugang in ein erweitertes Wissen und Verständnis. Die Rolle als Überbringer und Botschafter neuer Sichtweisen findet eine Entsprechung in der Theorie, dass Chiron ein Komet sein könnte, der von unserem Sonnensystem eingefangen wurde. Deswegen er auch eher zu den Punkten wie Lilith, die Mondknoten und der Glückspunkt gezählt wird, statt zu den anderen Planeten.

Für das tiefere Verständnis dieses Planeten hilft ein Blick in seinen mythologischen Hintergrund, Chiron, der Kentaur, ist ein göttliches Zwitterwesen. Halb Mensch, halb Pferd wird er wegen seiner Hässlichkeit von der Mutter verstoßen. Der Sonnengott Apollo nimmt ihn auf, wird sein Ziehvater und unterweist ihn in den verschiedensten Künsten und Heilmethoden.

Chiron entwickelt sich zum Heiler und Weisen, der seine Fähigkeit bereitwillig weitergibt. In einem Kampf verwundet ihn sein eigener Schüler Herkules unbeabsichtigt mit einem giftigen Pfeil. Obwohl Chiron bei anderen jede Krankheiten zu heilen vermag, bleibt seine Wunde unheilbar. Erst als er die Unsterblichkeit opfert und damit Prometheus von seinen Qualen befreit, wird sein eigenes Leiden erlöst.

In dieser Geschichte liegt vielleicht der Schlüssel für Chirons Wirkung. Ein immer wiederkehrendes Thema ist das Hervortreten unvereinbarer Gegensätze. Chiron, der als Kentaur in sich selbst die dunkle, animalische Seite der irdischen Welt und die geistig-intellektuelle des erwachten Bewusstseins vereint, wird zur verbindenden Brücke zwischen unterschiedlichen Polaritäten.

Er, der verletzte Heiler, weist auf die Schwachstellen unserer Existenz und führt durch Bewusstwerdung schlussendlich zu ihrer Akzeptanz.

In seiner Rolle als Außenseiter eröffnet Chiron völlig neue Sichtweisen. Gewohnte Wege werden verlassen, tiefe Hingabe und echte Opferbereitschaft sind gefordert.

Chiron als Mittler oder auch Brücke zwischen äußeren und inneren Planeten

Wie schon erwähnt, umkreist Chiron die Sonne zwischen Saturn und Uranus, d.h. dem letzten inneren und dem ersten der äußeren Planeten. Diese Schlüsselstellung hat zur Konsequenz, dass Chiron als Mittler oder auch Brücke zwischen äußeren und inneren Planeten gesehen wird.

Die nicht gerade leicht verständlichen Planeten Uranus, Neptun und Pluto werden durch die Erfahrungen des Chiron zugänglich. Die durch diese Planeten repräsentierten kollektiven Energien können mit Hilfe des Chiron nutzbar gemacht und erfahren werden.

Wenn man sich die Zeitqualität näher betrachtet und erkennt, wie die Sinnsuche der Menschheit in den Jahren seit Chirons Entdeckung um sich gegriffen hat und immer mehr Individuen die Notwendigkeit des gemeinsamen Erkennens und Handelns begriffen haben, scheint Chiron wirklich der innere Führer zu sein, der Licht ins Dunkel bringt und den Geist öffnet für Erfahrungen abseits der alltäglichen Routinen. Das entwickelte und positive kollektive Bewußtsein, das allein die notwendigen Umwälzungen für eine friedliche und sichere Zukunft der Menschheit bringen kann, bleibt aufgrund der Entdeckung des Chiron vielleicht nicht nur ein Traum.

Doch dieser Chiron leidet an einer Wunde, die er selbst nicht heilen kann. Dadurch ist ihm die Aufgabe gestellt, diese Wunde in Demut anzunehmen. Durch die Akzeptanz der wunden Stelle wächst er über sich selbst hinaus.

Im übertragenen Sinn ergibt sich aus der Chiron-Stellung nun auch eine Aufgabe für uns. Die Verletzlichkeit des eigenen Wesens gilt es anzunehmen. Es gilt zu sehen, dass es Bereiche gibt, für die wir keine Verantwortung zu tragen scheinen, die aber dennoch zu unserer Persönlichkeit gehören. Wenn wir diese Anteile bewusst auf uns nehmen - das wird schmerzhaft und heilsam zugleich sein -, wachsen wir über uns selbst hinaus. Wir leiden dann nicht mehr an unserer Wunde, sondern können gar durch aktiven Dienst zum Heiler, zum Therapeuten für andere Menschen werden.

Durchsetzung ist eine heikle Sache

Mut, Tatkraft und Pioniergeist sind im Zusammenhang mit Chiron wichtig. Einerseits dürften Sie diesen Qualitäten mit einer gewissen Vorsicht oder sogar Misstrauen gegenübertreten, weil Sie vielleicht gerade damit schlechte Erfahrungen machen mussten, andererseits können diese zum Wundbalsam und Heilmittel für Ihre verletzliche Seite werden, wenn Sie sich dazu überwinden, vermehrt Ihre impulsive Seite zum Zuge kommen zu lassen, sich spontan durchzusetzen und die Herausforderungen des Lebens tatkräftig anzupacken.

Verletzlich im mentalen Bereich

Kommunikation, Denken und Lernen sind Bereiche, in denen Sie vermutlich äußerst empfindlich reagieren. Vielleicht haben Sie oft das Gefühl, von anderen nicht verstanden zu werden oder andere nicht zu verstehen. Oder die Worte anderer lösen in Ihnen eine empfindliche Betroffenheit aus.

Vielleicht sind Logik und analytisches Denken Dinge, die Sie weit von sich schieben, weil Sie sich diese nicht zutrauen. Oder umgekehrt erheben Sie Anspruch, alle Probleme mit rationalem Denken lösen zu können. Wie auch immer Sie zu den "kopflastigen" Lebensbereichen stehen, eine gewisse Verletzlichkeit fehlt kaum.

Möglicherweise ist Ihre Kindheit geprägt von negativen Lernerfahrungen in der Schule, von Sprach- oder Kommunikationsschwierigkeiten, die die Entwicklung eines stabilen Vertrauens in den eigenen Verstand erheblich beeinträchtigten.

Egal, wie viel oder wie wenig Sie lernen, Sie können den Eindruck, Ihren Verstand und Ihre mentalen Fähigkeiten nicht hundertprozentig zur Verfügung zu haben, nicht gänzlich loswerden.

Wenn man die Parallele zur Mythologie des Chiron zieht, der seine Verletzung in Demut akzeptiert, so lässt sich daraus schließen, dass Ihre Aufgabe vielmehr im Annehmen des wunden Punktes besteht. Wenn Sie sich zugestehen, dass Sie beispielsweise große Prüfungsangst haben oder sich unverstanden oder dumm fühlen und sich vor unnötigen Stresssituationen schützen, so kann sich eine außerordentliche Fähigkeit entwickeln, anderen gerade in diesem Bereich zu helfen.

Vielleicht sind Sie der geborene Lehrer, jedenfalls haben Sie ein eventuell noch schlummerndes Talent, anderen Dinge zu erklären, sie in ihrer sprachlichen Ausdrucksfähigkeit zu fördern und ihnen das zu vermitteln, was Sie selbst vermissen mögen, nämlich das Gefühl, sich auf den eigenen Verstand verlassen zu können.

Chiron ist zur Hälfte ein Tier, das heisst Ihr Denken und Sprechen wird nicht nur von Logik geprägt, sondern auch von Instinkt und Intuition. Wenn Sie letzteres nicht ablehnen, können Sie eine optimale Kombination von Intelligenz und instinktivem Wissen entwickeln.

Sich mit der Unvollkommenheit des Lebens aussöhnen

Ein großer Hunger nach Wahrheit und sinnvoller Orientierung im Leben und gleichzeitig die sich wiederholende frustrierende Enttäuschung, wenn ein sorgsam errichtetes Gebäude von Vorstellungen sich doch nicht bewährt und zusammenbricht, mag in Ihrem Leben immer wieder einmal die Oberhand gewinnen. Glauben Sie vorbehaltlos an ein gütiges Schicksal, an ein Ideal oder an einen Guru, so müssen Sie schmerzhaft feststellen, dass Ihre Vorstellungen sich nicht mit der Realität decken.

Vielleicht möchten Sie die Welt verbessern, haben auch konkrete Vorstellungen dazu, es fehlt Ihnen jedoch der gesellschaftliche und politische Einfluss dazu. Oder Sie haben zwar die Macht und die Stellung, um etwas verändern zu können, aber Ihre Lebensphilosophie, Begeisterung und Tatkraft reichen nicht aus, um die Sache ins Rollen zu bringen.

Vielleicht fordern Sie das Schicksal und Ihr Glück heraus und überschreiten Ihre Grenzen, tun, sagen oder riskieren zu viel, um gleichsam Ihren Schutzengel auf die Probe zu stellen. Oder Sie erleben, dass das, wofür Sie sich begeistert einsetzen, nicht gelingt. Wenn dann die Realität anders verläuft, als Sie sich dies vorgestellt haben, sind Sie tief enttäuscht.

Möglicherweise haben Sie grosse Ideale, Lehrer- und Führerpersönlichkeiten, eine Firma oder den Staat, mit dem Sie sich identifizieren. So leben Sie in einem gewissen Sinn für dieses höhere Ziel. Doch die Mythologie erzählt von einem verwundeten Chiron, und so dürften analog dazu auch Sie nicht schmerzlos einem Ideal nacheifern. Über kurz oder lang mag die Enttäuschung kommen, das Ideal erweist sich als fehlerhaft und zeigt seine Schattenseiten.

So stehen Sie immer wieder vor der Frage, welchen Sinn Ihr Leben überhaupt hat, oder - falls Sie diese Fragen eher meiden - Sie erleben, wie sich Ihr Partner, ein Vorgesetzter oder sonst jemand intensiv mit diesem Thema herumschlägt, und werden eventuell gegen Ihren Willen mit einbezogen.

Auch ein leidenschaftliches Engagement gegen die Übel in der Welt mag ein Spiegel derselben Ungereimtheit in der eigenen Seele sein. So kann beispielsweise ein eifriger Einsatz für Tierschutz auf eine Unterdrückung der eigenen inneren Tierseite hinweisen.
Den letzten Sinn und die absolute Wahrheit können Sie nie finden, und dies mag Sie manchmal sehr schmerzen. Doch wenn Sie diese Tatsache akzeptieren, wird der Weg zum inneren Lehrer und Führer frei. Auch wenn eine eigene Lebensphilosophie Lücken und Schwachstellen aufweist, so bewährt sie sich doch besser als eine von traditionellen Kirchen oder Gurus übernommene.

Eine innere Gelassenheit und Aussöhnung mit der Unvollkommenheit des Lebens ermöglicht es Ihnen erst, einen Beitrag für eine bessere Welt zu erbringen und anderen viel Sinn und Begeisterung zu vermitteln.

Schwächen liebevoll annehmen

Sie stehen sich selbst und anderen kritisch gegenüber und neigen zu einer Überbetonung von Fehlern und Schwächen. "Ich bin zuwenig perfekt" oder "Du machst alles falsch" können eine Art Leitsätze in Ihrem Leben sein, die Ihnen manches erschweren und zu Verunsicherung und daraus heraus zu vermehrter Kontrolle führen.

Doch dies ist eine Sackgasse, und es gilt vielmehr, menschliche Schwächen und die Unvollkommenheit der realen Welt zu akzeptieren. Indem Sie Ihre eigenen Mängel liebevoll annehmen und gleichsam mit dem Mut zur Demut sich trotzdem ganz ins Leben einlassen und Fehler riskieren, entwickeln Sie eine innere Menschenwürde und Sicherheit, die Sie unabhängig vom gesellschaftlichen Status zu einer wahren Persönlichkeit reifen lässt.

So können Sie zu einer tiefen Weisheit finden, zu einem Wissen, was möglich ist und wo die Grenzen des Menschen liegen, die trotz aller Bemühungen nicht überschritten werden können.

Diese auf einer inneren Sicherheit basierende Ausstrahlung wirkt auf andere sehr ermutigend, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen und sich den Aufgaben dieser Welt zu stellen.

Fragen im Zusammenhang mit Chiron-Themen

Die folgenden Fragen sollen Sie darin unterstützen, die positiven, aufbauenden Seiten der Wunden-Punkt-Thematik zu erkennen.

  1. Erlauben Sie sich, schwach zu sein? In welchen Bereichen?
  2. Gibt es Situationen, in denen Sie immer wieder versagen und sich dafür innerlich ausschelten? Können Sie versuchen, sich mitsamt Ihren Schwächen in Ordnung zu finden?
  3. In welchen Bereichen gestehen Sie anderen Schwächen zu? Wo haben Sie wenig Verständnis dafür?
  4. Gibt es Bereiche, in denen Sie sich selbst unkompetent fühlen und gerade deshalb grosses Verständnis für die Ängste anderer haben?

Die Mitglieder der Loge Chiron

... setzen sich aus verschiedenen Richtungen zusammen. So sind in der Loge Chiron arkane Disziplinen bereits mit der naturreligiösen Arbeit verbunden. Die Loge existiert seit 1993 und hat sich das oben geschilderte Prinzip zu eigen gemacht. Als Mittler zwischen den verschiedenen Richtungen aufzutreten und auch als Heiler der dort existierenden Wunden zu fungieren. Dabei steht die Arbeit an der eigenen Heilung im Vordergrund, die mit der Unterstützung der anderen Mitglieder als Spiegel beschleunigt wird. Die dabei gelebte bedingungslose Ehrlichkeit hilft die eigenen Schatten zu erkennen und liebevoll anzunehmen.

Die eigenen Mitglieder kommen zum einen aus dem Hexentum und leben nach dem Prinzip der großen Göttin und verehren unseren Planeten als Terra Gaia, zum anderen sind die Mitglieder aus den thelemitschen und arcanen Disziplinen.

So kann die rituelle Arbeit der Loge Chiron ebenso in einem thelemitischen Tempel als auch auf einem Kultplatz oder einem sonstigen Platz in der Natur stattfinden.

Grundgesetz der Loge:

Die Hauptaufgaben die die Loge Chiron sieht, liegt in der Vermittlung zwischen Magiern und Hexen, eine Annäherung beider zu fördern und das Aufzeigen der Ähnlichkeiten in der bereits bestehenden Arbeit beider. Dabei sind Phantasie, Freundschaft und bedingungslose Liebe die wichtigsten Vermittler.

Das Logensystem Chirons basiert auf einem Einweihungsweg der vier Elemente und umfasst 33 Grade.

Der Loge ist eine geistige Bruderschaft überstellt, die in letzter Instanz bei Unstimmigkeiten eine Entscheidung trifft. Diese besteht ausschließlich aus diskarnierten Wesenheiten und greifen nur in Ausnahmefällen in die Entscheidungsfindung und Autonomie der Loge Chiron ein. Der sogenannte Ordo Lapislazuli (OL) ist ein Kollektiv, welches sich aus aus Wesen von Terra Gaia gebildet hat, und jeder Spezies des Planeten einen gleichwertigen Raum verschafft, in dem sie Ihre Interessen mit einbringen kann. Der Orden arbeitet autonom und ist für inkarnierte Menschen nicht mehr zugänglich.

Angegliedert an die Loge Chiron ist eine freie Loge, welche weitgehend autonom ihre Interessen vertritt. Diese Loge (KIFAH) besteht derzeit aus etwa 120 Mitgliedern Europaweit und die Mitglieder unterstützen Chiron energetisch von Zeit zu Zeit bei rituellen Arbeiten. Die Mitglieder der KIFAH sind allerdings in keinster Weise der Loge Chiron verpflichtet und befassen sich in erster Linie mit der Wahrung von freiheitlich demokratischen Grundrechten. Ziel der KIFAH ist es in einer zunehmend erkaltenden Umwelt, Werte wie Toleranz gegenüber andersdenkenden, freier Kommunikation und offenherzlichem Miteinander zu erhalten und zu fördern. Die meisten Mitglieder der KIFAH arbeiten ebenfalls an der eigenen BEWUSSTWERDUNG und wenden christliche heidnische oder magische Praktiken an, um Ihr Leben sinnerfüllter zu gestalten und sich individuell zu vervollkommnen.

Somit ist die Loge Chiron eingebettet in eine Struktur dreifacher Natur.

Sie verfügt über ein rechtsgültiges Patent, welches sie ermächtigt, Großlogen, Landeslogen und Oriente zu eröffnen.

Der Eintritt steht grundsätzlich jeder freien Person offen. Voraussetzung ist die Widmung der Person an die Ziele der Loge und die Treue und Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und den Mitgliedern. Allerdings können Mitglieder gegen eine Aufnahme votieren, wenn sie dies konkret begründen. In diesem Fall wird gegebenenfalls über die Aufnahme abgestimmt.

Der Austritt kann jederzeit erfolgen, er berührt keine Interessen der Person und wird in keinster Weise durch Ehr- oder Achtungsminderung begleitet.

Es existieren keinerlei Schweigegelübde, denn das erarbeitete Wissen der Loge wird automatisch zu Allgemeingut der Menschheit.

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