Rundgang durch den Garten

Schön dass Du da bist....

Warum eigentlich Garten? 

Der Begriff Philosophischer Garten wird als Umschreibung für Gärten benutzt, die im weitesten Sinne zur Kontemplation und Muße einladen. Dabei ist dieser Begriff nicht klar umrissen, es gibt auch keine deutliche Anlageform dieses Gartens. Die verschiedenen Gärten verfolgen dabei mit ihren Konzepten unterschiedliche Ziele.

Der Grundgedanke wird auf Platon zurückgeführt und den von ihm ausgestalteten Olivenhain Akademos 385 v. Chr., der späteren Akademie. Epikur versammelte seine Schüler im „Garten“ (griechisch: „kepos“), einem Gartengrundstück, das er in Athen zum Zweck der Schulgründung erworben hatte.

Als Begriff wurde der Philosophische Garten von Voltaire literarisch verwendet.

Der Philosophische Garten ist dem Themengarten zuzuordnen und die kleinere Version des Themenparks. Die Inhalte und Gegenstände besitzen einen Eigencharakter und sind auf ein bestimmtes Thema abgegrenzt.

(Quelle Wikipedia)

Spezieller Bezug von Comenius zum Garten

Innerhalb der Pansophia werden  viele Themen angesprochen, insbesondere solche der NaturphilosophieErkenntnistheorieAnthropologie und Gesellschaftsreform. Auch Comenius war mit ihnen teils seit dem Studium befasst, teils ergaben sie sich aus seiner Praxis als Lehrer und Schulreformer. Die Themen entstammen außer den didaktischen noch weiteren Schriften des Comenius oder der zeitgenössischen Wissenschaft. Im Rahmen dieses Artikels können diese Themen nur kurz angerissen werden.

Dabei vertritt Comenius den empiristischen Leitsatz, dass nichts im Verstand sei, was nicht vorher in den Sinnen war.

Die KIFAH polarisiert besonders die Bereiche der Wahrnehmung. Für aussenstehende erscheinen viele Beiträge daher respektlos, alberm oder gar absurd. Damit wird auf den rationalistischen Zweifel an der Sinneserkenntnis hingewiesen. Comenius nahm neben den Sinnen die Vernunft als zweite Quelle der Erkenntnis an.

Pro Sacra Tempora erinnert an die Rosenkreuzer. Comenius nahm mehrfach Bezug auf sie und stand mit Johann Valentin Andreae in Briefkontakt. Im 17. Jahrhundert gab es zahlreiche Versuche, Gemeinschaften zum wissenschaftlichen Austausch und mit dem Ziel der Gesellschaftsverbesserung zu bilden.

In seinem naturphilosophischen und naturkundlichen Lehrbuch, der Physik, hat Comenius auch den Kreislauf des Wassers (Verdunstung, Regen, Versickern, Quelle, Fluss, Meer) dargestellt.  Ein Forum lässt sich mit einem Fluss Vergleichen, denn ein unablässiger Datenflluss spült immer mal wieder etwas an, was dann auch wieder in den Wogen untergeht.
 
Im Forum fließt ein kleiner Bach von Informationen ins „Weltenmeer”. Zugleich steht dieser Bereich für die erste Natur, erkenntlich daran, dass die Beiträge ungefiltert und unveredelt sind.

Der anschließende Irrgarten steht dann für die zweite Natur.  Für Comenius war die Technik des veredelns kein Gegensatz zur Natur, sondern deren Fortsetzung. Sie ist uns zur „zweiten Natur“ geworden. Die pauschale Entgegensetzung von Mensch und Natur ist diesem Denken fremd. Dort findet man Destillate aus Beiträgen verschiedener Nutzer.

Im Heilkreis werden die Bereiche der ersten und zweiten Natur getrennt. Es ist einer der Versuche in dieser Zeit, die Kosmogonien der Bibel, der Naturphilosophie und der Naturwissenschaften miteinander zu verbinden. Comenius deutet das erste Kapitel des ersten Buchs Mose in den Begriffen der aristotelischen Tradition. Er baut aber den Satz „Es werde Licht!” zu einem dritten Prinzip neben Materie und Geist aus. So entsteht ein triadisches Weltbild. Das Licht (oder auch das Feuer) ist das Werkzeug, mit dem der Geist die Materie durchdringen kann.

Für die Erkenntnis ist die Bibel als Offenbarung die dritte Quelle der Erkenntnis. Diese Position unterscheidet sich vom Kreationismus, da sie sich nicht als Alternative zu den Wissenschaften ihrer Zeit versteht. Es ist auch keine natürliche Theologie, da aus der Naturerkenntnis selbst keine Gotteserkenntnis abgeleitet wird. Die Medizin macht sich die Naturerkenntnis technisch zunutze. Die Pansophia erkundet den Bezug der Naturreligionen zur gegenwärtigen Komplememtärmedizin. Somit erweitert sich die Fähigkeit der Erkenntnisgewinnung um die direkte Erfahrung des Göttlichen in der Natur.

Das Atrium der Loge Chiron greift das Buch Das Labyrinth der Welt von Comenius auf, das man als Variante des Schelmenromans und als einen Vorläufer des Bildungsromans verstehen kann. Ein junger Mann sucht seinen Platz in der Welt, durchleidet Depressionen und gelangt nach einer Phase des Rückzugs und der Kontemplation zu einem „werktätigen Christentum” (praxis christianismi).

In der Pansophia und speziell auch der Loge Chiron wird dies mit dem Weg des René Descartes verglichen. Verzweiflung und Rückzug führen auch diesem Philosophen zu seinem Glauben, aber nachdem ein neuer erkenntnistheoretischer Ansatz gefunden wurde: „ego sum, ego existo“ („ich bin, ich existiere“), später: „ego cogito, ergo sum“ („ich denke, also bin ich”). Bei Comenius dagegen ist es der Geist, der denkt und sich wahrnimmt.

Das Ritual der Loge Chiron (eine Art Aufstellungsarbeit)

Comenius hat Theateraufführungen in die Schule einbezogen, in denen die Kinder ihr Latein praktizieren können. Das Werk Schola ludus sieht darüber hinaus vor, Teile des Unterrichtsstoffes zu lateinischen Dialogen aufzubereiten. Ähnlich verhält es sich mit den Lehren der Spiritualität. Vieles erschliesst sich dem Verstand und der Vernunft gar einfach, doch kommt es darauf an diese Erkenntnisse in das direkte Leben zu integrieren, sie erfahrbar zu machen. Sprach- und Sachunterricht wird auf diese Weise verquickt und von den Schülern reproduziert.

Die Akademia Occulta bildet die Brücke zur Lehrtätigkeit von Comenius. Mit ihr ist daran zu erinnern, dass Comenius zuerst als Reformer des Lateinunterrichts eine europäische Berühmtheit wurde. Daran anschließend wurde er ein gefragter Fachmann zur Reform des Schulwesens. Sein Anliegen ging aber darüber hinaus und zielte auf ein eine Weltreform, die christlich-theologisch motiviert ist. Ideengeschichtlich gehören diese Reformvorstellungen zum Chiliasmus, der im 17. Jahrhundert verbreitet war. Comenius' unvollendetes Hauptwerk De rerum humanarum emendatione consultatio catholica (Allgemeine Beratung zur Verbesserung der menschlichen Angelegenheiten) konnte erst 1966 vollständig herausgegeben werden. Das chiliastische Reformdenken hat letztlich das Paradies im Blick. Latein und die anderen Weltsprachen sind nur als vorläufige universale Verständigungsmittel zu verstehen. Man strebte die Rekonstruktion der Ursprache, der „adamitischen Sprache” an. Die Academia Occulta bricht dagegen zum Teil mit der rein christlichen Lehre und versteht sich als überreligiöse Institution in der zwar christliche Werte hoch geschätzt werden, aber gleichwertig neben anderen Ethischen Prinzipien existieren.

Die Gestaltung des Logos der Pansophia geht auf eine Schemazeichnung aus der platonischen Überlieferung zurück. Comenius legte dar, dass Geist (mens), Sprache (lingua) und Hand (manus) die besondere Beziehung des Menschen zu den Dingen (res) ausmachen. Denken, Sprechen und Handeln (cogitatio, sermo und operatio) sind in der Schule in den Disziplinen LogikGrammatik und Pragmatik zu schulen.

Der Akademiebereich erinnert darüber hinaus an die Akademiegründungen in Renaissance und früher Neuzeit. Comenius gehörte während seines Englandaufenthaltes 1641/1642 zum Hartlib-Kreis, einem Vorläufer der Royal Society, an die er sich im Vorwort seines Werkes Via Lucis richtete. Comenius' Enkel Daniel Ernst Jablonski war 1700 neben Gottfried Wilhelm Leibniz einer der Gründer der Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften.

Das Gemüsebeet spielt auf die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts an, in denen einige von Comenius' Freunden Mitglieder waren. Diese gaben sich Gesellschaftsnamen, teilweise Pflanzennamen.

Große Teile des Beitrags sind angelehnt an den Beitrag über den Comenius Garten in Berlin (Wikipedia)


ADD_YOUR_COMMENT

YOURALIAS:
YOUREMAIL:
TITLE:
FULLTEXT: